Zeromancer - Eurotrash:



         8 / 10 Punkten
Disc Facts:

Label: EastWest

Spieldauer: 57:06

Tracklist:
-Dr. Online
-Eurotrash
-Need you like a Drug
-Chrome Bitch
-Wannabe
-Neo Geisha
-Cupola
-Send me an Angel
-Plasmatic
-Raising Hell
-Philharmonic
-Germany

WWW: Zeromancer.com


Fast anderthalb Jahre sind vergangen seit die 5 Nullromantiker aus Norwegen und den USA uns mit „Clone Your Lover“ eines der spektakulärsten Debut-Alben aller Zeiten aus dem Boden um die Ohren knallten. Obwohl 4 der 5 Mitglieder schon vorher unter dem Namen „Seigmen“ recht erfolgreich in der Norwegischen Musikszene aktiv waren beeindruckte ihr Erstlingswerk „Clone Your Lover“ mit angenehm hartem und eingängigem Elektro-Metal der keine Sekunde Langeweile aufkommen ließ.

Am 01. Oktober erschien mit „Eurotrash“ nun kürzlich der langersehnte Nachfolger und es stellt sich die Frage: Konnten Zeromancer ihren Erfolg wiederholen oder Reihen Sie sich wie so viele andere vielversprechende Newcomer in den Kreis der One Hit Wonder ein?

Nun, um eins gleich vorweg zu nehmen, „Eurotrash“ ist meilenweit davon entfernt davon als Flop durchzugehen. Gleich die ersten 4 Stücke von „Dr. Online“ bis “Chrome Bitch“ geben mächtig Gas und machen schlichtweg da weiter wo „Clone Your Lover“ aufhörte. Mit „Wannabe“ tritt jedoch ein Bruch auf. Der fast schon balladeske Song leitet einen weitestgehend von Mid-Tempo-Arrangements getragenen Abschnitt ein dessen Höhepunkt mit dem famosen „Cupola“ erreicht wird. Einem sehr emotional vorgetragenen Song der deutlich an alte Seigmen-Zeiten erinnern soll.

Darauf folgt der erste Totalausfall in der noch jungen Zeromancer-Geschichte. „Send me an Angel“ präsentiert sich als eine arg lustlose Coverversion des gleichnamigen Klassikers auch den 80er Jahren. Lasch instrumentiert und schwach gesungen rutscht diese Version noch unter dem Niveau des ebenfalls nicht grade rühmlichen Atrocity-Versuches hindurch. Ein wahrer „Skip-It“-Titel wenn man so will dessen eigentliche aufgabe wohl darin bestehen soll mit leicht erhöhtem Tempo auf den letzten Abschnitt der CD hinzuleiten der in erster Linie, den Schlusstitel „Germany“ mal ausgenommen, aus ungewöhnlich aggressiven und gitarrenlastigen Songs besteht in denen Zeromancer viel von dem elektronischen Balast der zuvor dargebotenen Stücke über Bord werfen und ungehemmt Vollgas geben. „Plasmatic“ und „Raising Hell“ bilden dabei die Speerspitze wobei „Philharmonic“ besonders am Ende bereits auf den gemütlichen Ausklang mit jenem bereits erwähnten „Germany“ hinleitet bei dem übrigens ausnahmsweise mal Bassist „Kim Ljung“ zum Mikro greifen darf.

Viele Bands die ein sehr gutes Album abgeliefert haben versuchen auf ihrer nächsten Platte ihren Sound nahezu 1:1 zu konservieren und durch minimale Veränderungen die erspielte Fanbase nicht zu verschrecken und möglichst viele neue Anhänger hinzuzugewinnen. Andere wiederum beginnen herum zu experimentieren und sich deutlich weiter zu entwickeln. Bei Zeromancers „Eurotrash“ scheint beides der Fall zu sein: Während mit den ersten 4 Krachern die bisher gewonnen Fans das bekommen was sie wollen gehen die restlichen 8 Stücke munter auf musikalische Erkundungsreise. Auffälligerweise fast exakt zur Hälfte in den rockigeren bzw. elektronischeren Bereich. So entsteht der Eindruck als marschiere die Band erst einen Schritt zurück nur um dann wieder einen Schritt nach vorne zu machen.

Leider geht durch die Experimentierfreude genau jener unbekümmert schwungvolle Höreindruck verloren, der „Clone Your Lover“ seinerzeit ausmachte. Auch schleichen sich mit „Germany“ und „Send me an Angel“ zwei eher unrühmliche Titel ins Bild, die man besser in Form einer B-Seite auf eine Maxi geklatscht als innerhalb des Albums verwurstet hätte. Trotzdem ist „Eurotrash“ aber immer noch ein tolles, eingängiges Elektro-Metal-Album geworden in dem viel Herzblut zu stecken scheint. Gewissenmassen ist bis auf ein paar kleine Dellen alles im grünen Bereich und man darf gespannt sein, welchen der drei selbst eröffneten Wege (Rock, Elektro oder beides wie immer) die „Zeromancer“ mit ihrem nächsten Album einschlagen.

8 / 10 Punkten

der Ritter



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