Wolfsheim - Kompendium (DVD):



       7,5 / 10 Punkten
Disc Facts:

Label: Strange Ways

Spieldauer: 133:00

Tracklist:
-Intro
-A look into your Heart
-Leave no deed undone
-A Million Lovesongs
-Now I Fall
-The Sparrows & the...
-A new Starsystem...
-This Time
-It´s not too late
-Real
-Once in a Lifetime
-Touch
-Love is strange
-Heroin she said
-Sleep Somehow
-Read the Lines
-It´s hurting for...
-Künstliche Welten
-Annie
-Upstairs
-Ruby
-Elias
-Old man´s Valley
-Übers Jahr

+7 Videoclips
+Interview
+Slideshow

WWW: Wolfsheim.de


Beinahe 15 Jahre gibt es sie nun schon: Wolfsheim. Eine der aussergewöhnlichsten Bands in der deutschen Musikszene. Wie kaum eine andere Formation schaffen es Peter Heppner (Gesang) und Markus Reinhardt (Programming) mit ihrer Mischung aus 80er Jahre Synthimelodien, verträumtem Gothicsound und moderner Popkultur ein breites Publikum anzusprechen in dem vom jugendlichen Grufti bis zum fortgeschrittenen Mittfünfziger alle vertreten sind.

Seit dem 16. April steht nun mit „Kompendium“ eine DVD in den Läden mit der die Wahl-Hamburger, wie der Titel schon sagt, eine Bilanz über die vergangen 15 Jahre ziehen. Entsprechend umfangreich ist der Silberling dann auch ausgefallen:

Insgesamt 24 Songs aus allen Schaffensperioden, die meisten davon in modernisiertem Gewandt,  gibt es in einem kompletten Konzert-Mitschnitt zu sehen. Dazu sind sämtliche Wolfsheim-Videos seit 1992 auf der DVD vertreten, sowie ein Videointerview vom Zillo Festival 2001 in dem Heppner und Reinhardt einmal über Vergangenes und Zukünftiges plaudern. Abgerundet wird das Programm mit einer Bildergalerie wodurch inhaltlich kaum Wünsche offen bleiben.

Leider kann aber die Klasse nicht mit der Masse mithalten. So geht „Kompendium“ von vorn herein mit einigen Handicaps an den Start: Das Bild liegt nur im 4:3 Format vor, was insbesondere für Besitzer von 16:9 Fernsehern zum Ärgernis wird und der Sound schlägt mit eine fehlende 5.1 Mischung unangenehm zu Buche. Profaner Stereoton soll hier ausreichen, wodurch einiges an Dynamik und Raumklang verloren geht. Erschwerend hinzu kommt auch noch, dass bei der Zusammenstellung des Konzertmitschnittes auf eine vernünftige Kapitelgliederung verzichtet wurde. So ist es zwar über das Hauptmenü der DVD möglich einzelne Titel gezielt anzuwählen, im laufenden Film verkommt dies jedoch zum munteren Blindflug, da weder eine Titelanzeige noch eine Angabe der Spieldauer verfügbar sind.

Sieht man einmal davon ab, dass „Kompendium“ technisch vollkommen Off-Standard ist, schlägt sich der Silberling jedoch noch recht ordentlich: Das Live-Bild ist für einen Indoor-Mitschnitt sehr passabel und fördert lediglich aus weiterer Entfernung zur Bühne Unschärfen zu Tage. Gleiches gilt für den Dolby Digital 2.0 Ton der den Rahmen seiner Möglichkeiten weitestgehend Ausschöpft und die Musik klar herüber bringt. Lobenswert ist auch,  dass der Live Sound weitestgehend erhalten blieb und Heppners rüde Schieflagen in der zweiten Konzerthälfte nicht durch alberne Voice-Dubbings zu kaschieren versucht wurden.

Insgesamt hinterlässt „Kompendium“ aber einen zwiespältigen Eindruck: Da stehen auf der einen Seite rare Videoclips und ein Konzert voller amtlich nachbearbeiteter Wolfsheim-Klassiker zu buche, die für jeden Fan einfach unerlässlich sind. Auf der anderen Seite wurmt aber die halbgare Technik, die in keiner Weise den technischen Möglichkeiten des DVD-Mediums gerecht wird: Die Benutzerführung ist ein Witz und das Tonformat wird zum Ärgernis, da bei den traditionell unspektakulären Wolfsheim-Shows die Musik klar im Vordergrund steht und förmlich nach einer optimalen Umsetzung schreit, die ihr hier verwehrt wird.
So fanträchtig das Material auch sein mag, über derartige Schwächen mag ich bei einer ausgewachsenen Vollpreis-DVD wie „Kompendium“  nicht hinweg sehen.  Somit reicht es nur für ein gehobenes Mittelmass und

7,5 / 10 Punkten

derRitter



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