Umbra et Imago - Dunkle Energie:



       9 / 10 Punkten
Disc Facts:

Label: SPV - Oblivion

Spieldauer: 58:33

Tracklist:
-Intro
-Feuer und Licht
-Dunkle Energie
-Mein Buch
-She is calling
-Schweigen ist Gold
-Dionysos
-Traurig
-White Wedding
-TV macht krank
-Outro
-Gothic Erotic 2001

WWW: Umbraetimago.de


Noch keine anderthalb Jahre ist es her, seit Umbra et Imago und mit Mea Culpa ihr letztes Studioalbum „Mea Culpa“ vorlegten und damit in bester Umbra-Manier mal wieder die Nation spalteten: Von den Fans geliebt von Kritikern zerrissen setzten sie den auf dem Vorgängeralbum „Machina Mundi“ eingeschlagenen Weg vom elektronik-dominierten „Böser-Märchenonkel-Gruftiesound“ zum mehr oder minder ernstgemeinten Gothic-Metal fort und polarisierten einmal mehr wie kaum eine andere Band.

Anläßlich des 10-jährigen Bestehens von Umbra legten Frontmann Mozart und sein Kumpan Lutz mit „Dunkle Energie“ kürzlich ihr Jubiläumsalbum vor. Doch wer dabei ein „Best of“ erwartet sieht sich getäuscht. Elf brandneue Songs plus Bonus-Remixe erwarten den geneigten Hörer auf der neuen Umbra-Langrille. Wie bereits auf den Vorgängern ist der Sound erneut einen Tick rockiger ausgefallen.

Nachdem Mozart mit einer sehr stimmungsvollen Interpretation des Johannes-Evangeliums eröffnet und mit dem Vorurteil, das Intros immer sinnlos und langweilig sein müssen, einmal gehörig aufräumt. heißt es Feuer frei! Die Vorabsingle „Feuer und Licht“, welche in Koproduktion mit den Dudelsack-Rockern von  Tanzwut entstand, heizt bereits gehörig ein und spannt den Bogen zum im wahrsten Sinne „energiegeladenen“ Titeltrack „Dunkle Energie“. „Mein Buch“ setzt sodann die Reihe potentieller Clubhits nahtlos fort und teilt eine kleine Retourkutsche an Rammstein aus. Denn nachdem die Berliner auf Ihrem aktuellen Album „Mutter“ mit dem Song „Spieluhr“ ziemlich frech bei Umbras „Jahr und Tag“ stibitzten, ruft das „Mein Buch“ verdächtig laut „Heirate Mich!“.

„She is Calling“ eröffnet dann Onkel Mozarts Märchenstunde: In dem 7 minütigen Stück zeigt sich allerdings ganz deutlich die Entwicklung, Umbra et Imago über die Jahre durchgemacht haben: Wo vor einigen Jahren noch viertelstundenweise Schauer- und Sexgeschichten ohne erkennbare Songstruktur dargeboten wurden, schaffen die Karlsruher es anno 2001 die Märchenstunde mit ohrwurmfähigen Mitgröhlpassagen zu verbinden.

Das folgende „Schweigen ist Gold“ geht dann wieder voll auf die sprichwörtliche Zwölf und animiert zum gepflegten Kopfschütteln bevor mit Dionysos eine eher ruhige Nummer folgt bei der Mozart leider nachdrücklich unter Beweis stellt, dass er zwar erzählen und gröhlen, jedoch in keinster Weise singen kann. So verkommt das textlich recht unterhaltsame „Nymphchenpflücken bei Dionysos“ trotz weiblicher Gesangsunterstützung zu einer ziemlich gewöhnungsbedürftigen Angelegenheit.

„Traurig“ leitet als wiederum als stark clubtauglicher Song zum Cover des Billy Idol-Klassikers „White Wedding“ über. Ging auf „Mea Culpa“ das  Falco-Cover „Amadeus“ noch völlig in die Hose, wurde dieses mal etwas produktiver gearbeitet, sodass die zwei Gänge langsamere Fälschung dem Original mühelos die Stirn bieten kann, weil Sie schlichtweg auf anderem Wege zum gleichen Ergebnis kommt.

Bevor „Dunkle Energie“ mit einer Darbietung der „Sommerballade von der armen Louise“ beschlossen wird, zieht „TV macht Krank“ noch einmal alle Register. Diese Nummer ist ragt vor allem deswegen heraus, weil sie zu einem  bösen Seitenhieb auf die deutsche TV-Landschaft ausholt und eine Reihe lustiger Zitate aus Talkshows enthält, in denen  Mozart als Gothicikone und S-M-Freund den geifernden Durschnittsmoralaposteln ordentlich Contra gab. Ganz im Sinne dieses spassigen  Liedes sag ich da: „TV macht krank – Schönen Dank“. Für mich definitiv ein absolutes Highlight des Albums und ein krönendes Finale für eine krönende CD.

Sicher, wer bisher mit Umbra auf Kriegsfuß stand wird auch mit dem „Dunkle Energie“ nichts anfangen können und es als realsatirisches  Machwerk allenfalls zur Volksbelustigung auflegen.

Zugegeben, wirklich komplexe Arrangements wird man bei Umbra in absehbarer Zeit sicher nicht erleben und die Texte würden, auch wenn dieses mal auf SM-Platitüden a la „Schmerz-Erlösung Folter-Freiheit“ verzichtet wurde,  sicher auch so manchem Musikästheten die Fußnägel aufrrrrollen.

Wer sich aber mit gradlinigem, deutlich augenzwinkernd gemeintem Gothic-Metal anfreunden kann, wird diese CD mit Sicherheit lieben. Für alle Umbra-Fans ist diese Scheibe sowieso ein Pflichtkauf, denn Gassenhauer wie „Feuer und Licht“, „Dunkle Energie“, “Mein Buch“, “Schweigen ist Gold“ oder „TV macht krank“ reißen ohne Umwege mit und lassen dem Album eine gewisse Homogenität zuteil werden, die man auf frühren Werken der Karlsruher nur selten fand. Selbst schwächere Stücke wie „Dionysos“ werden durch  Wortwitz und Ironie wieder interessant.

„Dunkle Energie“ ist eindeutig das bislang ausgefeilteste Umbra et Imago Album und zudem eines, das man problemlos ohne Betätigung der Skip-Taste konsumieren kann und dafür zücke ich, Luft nach oben lassend , gerne...

9 / 10  Punkten

DerRitter

 


Bandschlächter Alla verreißt...
Heute: Umbra et Imago:

Herrschaftszeiten, kann das denn wahr sein. Erst herrscht wundervolle Stille und plötzlich ergießt sich ein perfides Gerumpel in Richtung meines Gehörgangs. Ja, kein Zweifel, Mozart und seine Rumpeltruppe haben mal wieder 100  Mark zusammengekratzt und sich ne Stunde im Studio verschanzt um uns ihre neuesten musikalischen und lyrischen Ergüsse zum besten zu geben. In Zeiten in denen jeder der nur halbwegs ne Muschi ausschlecken kann nen Plattenvertrag bekommt, treiben Umbra et Imago ihre Kindergartenprovokation eindeutig auf die Spitze.

Aber mal der Reihe nach: Das Booklet der CD wird alle, die noch nicht volljährig sind und für die  18er-Bereiche von Videotheken das unerreichbare Paradies sind, in ekstatisches ornanieren versetzen. Ein paar Titten, ne muschi und ein wirklich exquisit frisierter Frontmann....was will Mann mehr;o)!!!

Dann legt man die CD ein und es offenbart sich einem ein dermassener musikalischer Dilletantismus, dass man froh sein kann das die Herren das Studio ohne bleibende Schäden wieder verlassen haben. Wäre ich ne Klampfe, dann wäre ich in der Recordingsession explodiert ob der Misshandlung die mir angediehen wird.
Musikalischer Minimalismus in Reinkultur..keine Power..keine Eier ...kein Saft. Dazu eine lyrische Prosa für die sich jeder Vorschüler schämen würde!!

Nicht "TV macht krank"..nein.."Umbra machen blöd"..das kann nur die Höchststrafe geben:O Punkte ..setzen!!

                          
"Dark Art is only for the true satanic elite"
AllaXul




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