L´Âme Immortelle - Zwielicht:



       7,5 / 10 Punkten
Disc Facts:

Label: Trisol

Spieldauer: 58:22

Tracklist:

CD 1 Audio

-Erinnerung
-Judgement
-Epitaph
-Rearranging
-Slut
-Licht & Schatten
-Voiceless
-Was hält mich noch hier?
-Forgive me
-Leaving
-Dead Actor´s Requiem
-The Truth Behind

CD 2 Video

-Letting go
-Changes
-Licht & Schatten
-Ich gab dir alles
-Bitterkeit
-Voiceless
-Life will never...
-Was hält mich nich hier?
-Dead Actor´s Requiem

WWW: L´Âme Immortelle.com


Umtriebig waren sie ja schon immer, die Drei von Österreichs Gothic-Electro Exportschlager Nummer eins L´ame Immortelle. Doch wie sie neben den ausgiebigen Touraktivitäten, Veröffentlichungsstress und diversen Soloprojekten im letzten Jahr auch noch Zeit für ein Remix-Album gefunden haben, ist mir ehrlich gesagt schleierhaft. Nichts desto trotz steht das gute Stück nun seit dem 15. Februar als Doppel-CD in den Läden und wartet dort, in ein äußerst hochwertiges Digipack gehüllt, mit jeder Menge fanträchtigem Material auf.

Ähnlich wie der legendäre Remix-Silberling „Re_Laborat“ von  „Das Ich“, besteht  CD 1 aus einem Dutzend Neubearbeitungen, die allesamt von mehr oder minder bekannten Genrekollegen der Österreicher beigesteuert wurden. Obwohl sich die Liste der vertretenen Bands nicht wirklich hochkarätig liest, finden sich doch einige interessante Vertreter der Szene darauf ein. So konnten unter anderem „Faith and the Muse“, „Yendri“, „ASP“, „Megadump“, „Janus“ und die Newcomer von „Pzychobitch“ für das Projekt gewonnen werden.

Inhaltlich dreht sich „Zwielicht“ zum überwiegenden Teil um das letzte LAI-Album „Dann habe ich umsonst gelebt“, das bis auf ein Instrumentalstück komplett durch den Mixer gedreht wurde. Lediglich beim letzten Stück „The Truth Behind“ handelt es sich um eine Rarität aus vergangenen  LAI-Tagen, die noch einmal zu höheren Ehren getragen wird.

Musikalisch geht es auf „Zwielicht“  abwechslungsreich bis experimentierfreudig zur Sache: „Judgement“ mutiert in den Händen von Faith and the Muse zur Neo-Folk-Nummer, „Voiceless“ zum disharmonischen Thunderdome-Bolzer, „Slut“ erinnert im „Light of Euphoria-Mix“ an eine Electro-Polka-Party und Yendri machen aus „Licht und Schatten“ eine schräge Weltraumoper, in der sie Sonjas Stimme einmal heftig durch den Quarkmixer drehen. Darüber hinaus muss der geneigte Fan aber nicht auf traditionelle LAI-Klänge verzichten.  Sowohl  Janus, als auch Assemblage 23, In Strict Confidence und Megadump hielten sich mit ihren Beiträgen zu „Epitaph“, „Was hält mich noch hier?“, „Forgive Me“ und „The Truth Behind“ relativ dicht an den Originalen.

Welche Remixe wirklich eine Bereicherung darstellen, muss am Ende jeder für sich entscheiden. Dennoch ist es nicht von der Hand zu weisen, dass längst nicht alle Umgestaltungsversuche gelangen. Speziell „Dead Actors Requiem“, „Voiceless“ und das lieblos dahinplätschernde „Was hält mich noch hier?“-Plagiat präsentieren sich dem Gehör als ziemlich überflüssig.
Bedingt durch den wilden Stilmix aus Neuem und Bewährtem mangelt es „Zwielicht“ zudem an der Homogenität die das Original damals auszeichnete. Zu zerfahren reihen sich Hardcore-Kracher, Schmuser, Tanztreiber und Heuler aneinander ohne wirklich einen roten Faden erkennen zu lassen.

Das wirkliche Highlight sparen sich die Österreicher dann auch für die zweite CD auf, die als Video CD in jedem herkömmlichen DVD-Player abspielbar, einen knapp 60-minütigen Konzertfilm von der 2001er „Embraced in Twilight“-Tour beinhaltet. Der Bild- und Tonqualität ist dabei zwar das begrenzte Budget deutlich anzumerken, liefern aber trotzdem einen ordentlichen Eindruck von den hervorragenden Live-Qualitäten des Trios. Insgesamt 9 Stücke sind live zu sehen, wobei die LAI-Klassiker „Bitterkeit“ und „Life will never be the same again“ genau so wenig fehlen, wie die aktuellen Live-Granaten  „Voiceless“ und  „Was hält mich noch hier?“, sowie das unveröffentlichte Stück „Letting go“.  Wer darüber hinaus Thomas Rainer als Backstagediktator oder Sonja Kraushofer beim umhertragen der Bühnendekoration erleben will, ist hier genau richtig.

Abschließend betrachtet ist bei „Zwielicht“ wahrlich der Name Programm. Einerseits gibt das Album einige wirklich spannende Remixe (meine Favoriten: ASPs „Rearranging“ und  Megadumps „The Truth Behind“), rares Material und ein unterhaltsames Live-Video her, wodurch es für jeden LAI-Fan zum absoluten Must-Have avanciert. Gleichzeitig kann ich aber jedem, der bisher noch nichts mit den Österreichern zu tun hatte diese Scheibe nur bedingt ans Herz legen. Dazu ist das Material einfach einen Tick zu experimentell ausgefallen und bringt nicht das herüber, was LAI eigentlich ausmacht.

Zweifellos ein sehr gelungener Fanartikel, mehr aber nicht!

7,5 / 10 Punkten

der Ritter



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