Persephone - Home



       8,5 / 10 Punkten
Disc Facts:

Label: Trisol

Spieldauer: 42:42

Tracklist:
-My Prayer
-Immersion
-The  Day you went away
-Guardian Angel
-The Gift
-The Man who sw.my Soul
-Beautiful Prince
-Forest Song
-My greatest Day
-Reflection
-Home
-Coming Home

WWW: Persephone-Home.de


Abgesehen von einigen Artwork-Photos hatte ich im Vorfeld zu dieser CD nicht allzuviel davon mitbekommen, dass sich Sonja Kraushofer, L´ame Immortelles bessere Hälfte unter dem klangvollen Projekt-Titel "Persephone" ein eigenes musikalisches Standbein geschaffen hat. Und so war ich dann auch ziemlich gespannt, was sich hinter dem der griechischen Mythologie entstammenden Namen verbirgt.

Bereits beim ersten Durchlauf des Albums wird deutlich, dass Home keine Party- oder Rockscheibe geworden ist. Vielmehr erwartet den Hörer eine Sammlung ruhiger, meist balladesker Songs, die dezent die Handschrift von Janus tragen, jenem Duo, dass schon mit L´ame Immortelle zusammen die "Nights of Storm and Silence Tour" bestritt.

Nachdem die anfängliche Schwerverdaulichkeit der teils recht minimalistischen Arrangements verflogen ist fällt auf, dass sowohl SONJA ("RENNT" Kraushofer) mit ihrem Gesang als auch die musikalische Umsetzung mit einer unheimlichen Bandbreite daherkommen.

Mal verträumt (Beautiful Prince) mal kraftvoll (Man who swallowed...) mal trotzig mit aufgestapftem Fuss (Reflection) geht Sonja doch einen ganzen Schritt weiter als noch bei L´Ame Immortelle. Musikalisch fällt ins Ohr, dass die Streicherpassagen, insbesondere das Cello ihre Wirkung nicht verfehlen! Weite Teile von "Immersion" und "The day you went away" sowie die grandios hingeschnarzten Striche am Ende von "Home" erinnern herrlich an ein bekanntes finnisches Streichquartett und beantworten endlich die Frage, wie sich wohl eine Zusammenabeit zwischen Sonja und Apocalyptica anhören würde.
Einfach klasse!  Darüber hinaus befinden sich mit The Gift (geile Gitarrenparts am Schluss), "The man who swallowed my soul" (am ehesten noch mit LAI zu verbinden) und dem bereits oben erwähnten Walzer-Kracher Reflection Songs auf Home, die sich einfach ins Gehör fressen und es so schnell nicht mehr verlassen. 

Nicht so gut gefallen hat mir, dass bei dem instrumentalen Minimalismus manchmal etwas die Übersicht verloren geht und Sonjas Stimme sich durch endlos wirkende Strophen windet während die Instrumentierung sich mal kurzzeitig in die Zigarettenpause verabschiedet. Bei "The day you went away" und "Forest Song" fällt das besonders ins Ohr. Etwas mehr wäre da vielleicht doch mal "mehr" gewesen!. "Etwas mehr sein dürfen" hätte es auch bei der Spieldauer einiger Songs. Durch Songs im zweieinhalb Minuten-Takt rauscht die zweite Hälfte der CD anfangs ziemlich am Hörer vorbei.

Unterm Strich bleibt aber eine sehr empfehlenswerte CD über, die besonders gut für die stillen Stunden zu zweit am knisternden Kamin geeignet ist und mit Immersion, The Gift, The Man..., Guardian Angel, Reflection und Home massenhaft großartige Songs parat hält, ohne mit der grossen Keule zu schwingen und auf grobe Effekthascherei zu setzen.
Genau genommen ist "Home"also, nach der musikalischen Aufteilung im Hause L´ame Immortelle, das logische Gegenstück zu Thomas Rainers Knüppelelectro-Projekt "Siechtum".

8,5 / 10 Punkten

der Ritter



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