Megaherz - Herzwerk II:



         8 / 10 Punkten
Disc Facts:

Label: BMG / Firestarter

Spieldauer: 60:04

Tracklist:
-Herzblut
-Glas & Tränen
-I.M.Rumpelstilzchen
-5. März
-F.F.F.
-Hand auf´s Herz
-Zu den Sternen
-Licht II
-Heute schon gelebt?
-An deinem Grab
-Perfekte Droge
-Spiel nicht...
-Gold

WWW: Megaherz.de


„Oomph, Mein Herzwerk brennt!“, „Das treibt mich noch zur Weissglut!“, „Diese Nummer ist schon lang nicht mehr „Witt“zig!“, “Das darf echt nicht Rammstein!“.

Plattenkritiker in aller Welt stöhnen genervt auf ob des neuen Werkes der Münchner Formation „Megaherz“. Zu ausgelutscht ist mittlerweile die Sparte der neuen deutsche Härte (furchtbarer Begriff) um noch wirklich begeistern zu können. Dennoch trauen sich die Münchner „Megaherz“ mit ihrem aktuellen Album „Herzwerk II“ weiterhin unverdrossen in das Flach gewordene Fahrwasser.

Getreu dem Motto „was wir können wissen wir“ setzen die Herren dabei größtenteils auf die altbewährte Mixtur aus tief gestimmtem Bratpfannen-Riffing, elektronischen Keyboardklängen und den markanten Gesangslinien von Alexx Wesselsky.  Lediglich in der Aufteilung der Elemente hat es leichte Verschiebungen gegeben: Die 13 Songs des Albums sind ausgenommen vom Rausschmeißer „Gold“ und dem Zwischenspiel „Licht II“ durch die Bank gitarrenlastiger ausgefallen und drängen stärker in die Metal-Ecke. Die Keyboardsounds pluckern zwar weiterhin hörbar vor sich hin, treten aber ganz klar in den Hintergrund.  Zudem ließ Sänger Alexx seinen Künsten ein Feintuning angedeihen, indem er nun etwas mehr auf Dynamik setzt und neben obligatorischem Gebell (Glas & Tränen) auch souverän sanftere Töne anschlägt (An deinem Grab).

Wie bereits erwähnt greifen die Münchner auf Herzwerk II auf Bewährtes zurück. Dennoch schaffen sie es durch eine ganze Reihe starker Songs (Glas und Tränen, I.M. Rumpelstilzchen, Hand aufs Herz) der zahlreichen Genre-Konkurrenz die Rücklichter zu zeigen und den Hörer mit gnadenlosen Refrains á la „Herzblut“, „Zu den Sternen“ und „Perfekte Droge“ bei der Stange zu halten. Zudem versuchen sie sich mit „An deinem Grab“ erfolgreich an einer wunderschönen Ballade.

Textlich ziehen Megaherz ebenfalls an den meisten Genrekollegen vorbei und vermeiden es durch billig-pädophile Fummeltexte unangenehm aufzufallen. Kindergarten-Platitüden á la „Ich bin der Reiter du bist das Ross“ (Rammsteins „Rein Raus“) sucht man auf Herzwerk II vergebens. Stattdessen sind die Texte weitestgehend aus dem Leben gegriffen und werden in direkten aber nicht plumpen Worten auf die Songs projiziert. Inhaltlich geht es dabei um die Sünden der Spitzenpolitiker (Hand aufs Herz), Arschtritte für Arbeitslose (Heute schon gelebt?), die Stasi (I.M: Rumpelstilzchen) oder Schlichtweg um denn Sinn des Lebens (An deinem Grab), was jedoch nicht immer sonderlich Originell ist.

Trotz vieler gelungener Elemente ist Herzwerk II aber leider kein perfektes Album. Schuld daran sind weniger die etwas gleichförmigen Arrangements, als zwei wirklich verunglimpfte Songs: So fällt der Rausschmeißer Gold mit ätzender Tranigkeit mehr als unangenehm auf und über das eingedeutschte Billy Idol Cover „Flesh For Fantasy“ deckt man auch lieber den Mantel des Schweigens. Dazu kann das sinnlos dahergefrutzelte Zwischenspiel „Licht II“ getrost zum Opfer der Skip-Taste erkoren werden.

Alles in allem liefern Megaherz mit Herzwerk II aber eine rundum gelungene Scheibe vor, die unter dem Aspekt positiver Stagnation kaum Wünsche offen lässt. Durch den verstärkten Einsatz rockiger Elemente vermag man sich sogar ein wenig vom Einerlei der Neuen Deutschen Härte abzugrenzen. Hätten die Texte ein wenig mehr Tiefgang und Originalität und wäre nicht der ein oder andere Ausfall zu beklagen, so käme ich nicht umhin HW II eine Top-Wertung zu verpassen. Leider bleiben aber die genannten Schwachpunkte bestehen und so reicht es bei mir nur zu......

8 / 10 Punkten

derRitter



Eigene Webseite erstellen bei Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!