Entwine - Time of Despair:



         7 / 10 Punkten
Disc Facts:

Label: Century Media

Spieldauer: 43:04

Tracklist:
-Stream of Life
-The Pit
-Nothing left to say
-Safe in a Dream
-Burden
-Falling Apart
-Until the End
-Learn to let go
-Time of Despair

WWW: Entwine.cjb.net


Welche Dinge fallen euch spontan ein, wenn ihr an Finnland denkt?
Genau! Lappen, Wodka, Mika Hakkinnen und tuntiger Gothic-Rock. Und genau solcher erwartet euch wenn ihr „Time of Despair“ von Entwine auf euch niedergehen lasst.

Denn anders als ihre Landsleute von „To/Die/For“, den „69 Eyes“ oder „Lullacry“ bemüht sich die Truppe um Frontmann Mika Tauriainen nicht mal im Geringsten um Eigenständigkeit. Stattdessen serviert sie  knapp 12 Monate nach ihrem letzten Album „Gone“ wieder einmal ein Gothic-Süppchen nach alt-läppischer Hausmannsart, dass problemlos als HIM-Cover-Album durchgehen könnte. In so fern stellt sich natürlich schnell die Frage, wozu die Welt eigentlich ein solches Album braucht.

Nun, Im Prinzip wäre es auch völlig überflüssig, wenn ja wenn es nicht an einem Punkt ansetzen würden, über den HIM schon längst hinaus sind. Denn „Time of Despair“ dürfte für all jene interessant sein, denen Ville Valium und seine Mannen im Laufe der Zeit zu seicht geworden sind.

Damit will ich jetzt nicht sagen, dass Entwine zum grossen Keulenschlag ausholen aber Stücke wie „Stream of Life“, „The Pit“, „Nothing left to say“ oder  „Burden” gehen doch um einiges rockiger zur Sache als es HIMs „Deep Shadows & brilliant Highlights“ zuletzt taten. Vielmehr wirkt das Material wie eine Neuauflage der „Greatest Lovesongs vol. 666“ , was durch das an „Don´t Fear the Reaper“ erinnernde Duett „Until the End“ mit Saara Helström noch bestärkt wird.

Generell muss man den Finnen zugestehen, dass sie auch ohne frische Ideen einige wirklich gute Songs am Start haben, die sich einem in ihrer direkten Art schnell erschließen und gnadenlos hängen bleiben. Ebenso positiv fällt auf, dass in den ruhigeren Stücken, wie „Safe in A Dream“ oder „Until the End“ einiges an Dynamik steckt und sich beispielsweise die Gitarrenarbeit nicht auf kummervolles Gezupfe beschränkt sondern auch hier immer mal wieder zum tiefstimmigen Geschrubbe greift. Dazu muss man Sänger Mika kraft der ihm verliehenen Stimme zugestehen, dass er zumindest ein Wenig von den musikalischen Valoesken ablenken kann. Er lehnt sich zwar immer an den Ville-Stil an, erinnert insgesamt aber genauso an Jungs wie Chester Bannington von Linkin Park.

Alles in allem muss man sagen, das „Time Of Despair“ ein Album darstellt, das niemanden sonderlich überraschen, geschweige denn vom Hocker reißen wird. Vielmehr ist es ein leicht verdauliches Häppchen für Zwischendurch, bei dem es Entwine schaffen ihre mangelnde Eigenständigkeit mit ordentlichem Handwerk und griffigen Songs zu kompensieren. Gut geklaut ist eben halb gewonnen!

7 / 10 Punkten

derRitter



Gratis Homepage erstellen bei Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!